

Der Verein Kinder– und Jugendfarm Würzburg e.V. hat seinen Sitz in Würzburg. Er ist mit der Stadt Würzburg und dem Sozialdienst katholischer Frauen kooperativ verbunden, und dem Bund der Jugendfarmen angeschlossen. Er verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts “Steuerbegünstigte Zwecke“ im Sinne der Abgabenordnung.
Die zugrundliegende Vereinssatzung kann hier angeschaut
werden: [
Vereinssatzung.pdf]
Der Verein besteht aus ordentlichen Mitgliedern, die die ideelle Zielsetzung des Vereins mittragen und verantworten. Außerordentliche Mitglieder sind Förderer, die den Verein durch Zuwendungen und tatkräftige Hilfeleistungen unterstützen.
Ein Antrag auf Mitgliedschaft kann hier downgeloadet werden: [
Antrag auf
Mitgliedschaft.pdf]
Die Mitgliedschaft wird durch eine schriftliche Beitrittserklärung erworben. Über die Aufnahme entscheidet der Vorstand. Ein Aufnahmeanspruch besteht nicht. Es ist ein Mitgliedsbeitrag zu entrichten. Die Organe des Vereins sind der Vorstand, der Ausschuß und die Mitgliederversammlung.
Der Verein Kinder- und Jugendfarm Würzburg e.V. unterhält auf einem naturbelassenen Gelände in der Stadt Würzburg unterhalb der Festung einen pädagogisch betreuten Spielplatz mit Tieren. Er fördert, begleitet und unterstützt die Bedürfnisse von Kindern nach Spiel, Beschäftigung, Bewegung, Gemeinschaft, Erlebnis, Abenteuer und Kontakt mit Tieren als zu pflegende, abhängige Wesen. Er schafft Begegnungen und Projekte zur Förderung behinderter und nicht behinderter Kinder und Familien mit Migrationshintergrund. Das Team der Farm gibt Hilfen und Anregungen für Erlebnis– und Lernprogramme für Besuchergruppen, Kindergärten, Schulen, Fördereinrichtungen.

Die freie Betätigung, das Miteinander der Kinder
unterschiedlichen Alters und Herkunft, das eigenständige Ausprobieren,
das selbstbestimmte Aktiv-Sein-Können, Konflikte Austragen, Grenzen
Erfahren und Spaß Haben im Umgang mit den elementaren Gegebenheiten der
Natur und mit den Tieren, werden auf diesem Gelände ermöglicht. Der
Erwerb sozialer Kompetenzen, eine an Werten und Normen orientierte
Perspektive, eine achtsame Hinführung zu respektvollem Miteinander sind
da
gegeben, wo Rückzugsräume geschaffen und tatsächliche Freiheit gewahrt
werden kann. Unserem pädagogischen Handeln wird so ein permanentes
Ausbalancieren zwischen Vorstrukturierung und Veränderbarkeit
abverlangt.
Der Verein Kinder- und Jugendfarm und dessen Kooperationspartner (Stadt
Würzburg und Sozialdienst katholischer Frauen e. V., Würzburg) setzen
sich ein, diesen pädagogischen Aktivspielplatz zu betreuen. Jungen
Menschen kann somit ein Aufwachsen mit Tieren und Natur in der Stadt
angeboten werden.
Das fördert die Entwicklung von Eigenverantwortung und Konfliktfähigkeit. Es wächst Selbstvertrauen und Achtung vor der Umwelt.
Der Verein Kinder -und Jugendfarm Würzburg konstituierte sich 1979 aus Bürgerinitiativen der Stadt Würzburg . (Studierende der Fachakademie für Heilpädagogik beim Sozialdienst kath. Frauen, damalige Akademieleitung Dr. Peter Flosdorf mit Dozenten, Mitarbeitern päd. Einrichtungen und Ausbildungsstätten), unter Federführung des damaligen Sozialreferenten Dr. Peter Motsch. Ziel war und ist es bis heute: Spiel – und Erfahrungsräume für die Kinder der Stadt zu schaffen. Die Entscheidung fiel zugunsten der Kinder- und Jugendförderung zur Bereitstellung eines von qualifizierten Pädagogen zu betreuenden offenen Spielplatzes mit Tieren, und zur Unterstützung des sich erweiternden Angebotes für Einrichtungen der Behindertenarbeit der Stadt. Das Farmgelände, stadtteilzentriert und doch naturnah zwischen Frankenwarte und Marienfeste im Leistengrund, wurde von der Stadt über einen Gestattungsvertrag zur Verfügung gestellt. Nach einigen Jahren entstand zwischen den Trägern Stadt Würzburg-Jugendamt, dem Sozialdienst katholischer Frauen und dem Verein Kinder- und Jugendfarm e.V. ein Kooperationsvertrag. Auf pädagogischer Ebene war es zunächst der engagierte Einsatz von Dozenten mit Studierenden, der auf ehrenamtlicher Basis den Beginn auch sicherte. Im Laufe der Zeit konnte aufgrund des Andrangs von Kindern und des Bedarfs an Ferienmaßnamen ein Betreuungsteam aufgebaut werden. Ehrenamtliche und professionelle Helfer stabilisieren immer wieder die weitere Entwicklung des Platzes, des Konzeptes und der Vereinsarbeit. Die Farm wird heute von einer hauptamtlichen Mitarbeiterin geleitet. Ein Freizeitpädagoge und eine Biologin in Teilzeit und ein Mitarbeiter mit einer befristeten Vollzeitstelle für die Büroorganisation bilden mit ihr das Kernteam.

von Dr. Peter Flosdorf, Initiator, Gründungsmitglied und ununterbrochen im Vorstand des Vereins der Kinder- und Jugendfarm tätig
Die späten sechziger und frühen siebziger Jahre waren geprägt von neuen gesellschaftlichen Visionen: Abbau repressiv-autoritärer Strukturen und ein besonderes politisches Engagement für sozial benachteiligte Kinder und Familien. Zugleich war es eine Zeit, die nach dem stürmischen überwiegend restaurativen Wiederaufbau zunehmend deutlicher werden ließ, dass der Lebensraum von Kindern besonders in den Städten angesichts dichter Bebauung und dem Primat der Motorisierung gefährdet war. Für Stellplätze von Autos sorgten Richtlinien. Der geplante Spielraum von Kindern dagegen beschränkte sich in der Regel auf Sandkästen und Geräte für Kleinkinder.
Sensibilisiert durch die Eindrücke, die wir zusammen mit Professor Wolfgang Mahlke und den Studierenden des Heilpädagogischen Seminars auf unseren Exkursionen in Holland, Dänemark und Schweden sammeln konnten und schließlich durch das Kennenlernen der konkreten Initiativen in Stuttgart entstand der Wille, Kindern unserer Stadt eine Kinder- und Jugendfarm zu schaffen - einen geschützten Raum wo Kinder unter der Anleitung von Fachkräften im Umgang mit Tieren für sich und ihr Erleben emotionale, kreative und soziale Anregungen erfahren könnten.
Für die Planungen war der für die Stadt Würbzrug geschaffene Spielplatz-Ausschuss, in dem Professor Mahlke und Dr. Flosdorf berufen worden waren, die kommunalpolititsche Basis. So war es von hier aus besonders mit Unterstützung der Junggruppierungen der Parteien auch gelunden, 1976 das Kinderzentrum, ein Aktivspielplatz in einem sozialen Brennpunkt, mit der damals völlig neuen Konzeption einer verlässlichen pädagogischen Betreuung zu gründen und in der pädagogischen Verantwortung des Sozialdienstes katholischer Frauen e. V. Würzburg als Träger der Erziehungsberatungsstelle und des Therapeutischen Heimes in der Zellerau unter der Leitung von Dr. Peter Flosdorf zu gewährleisten.
Für die Kinder- und Jugendfarm gründeten wir (Professor Mahlke, Dr. Flosdorf, Professor Graf und weitere MitarbeiterInnen von Dr. Flosdorf) den Verein "Kinder- und Jugendfarm Würzburg e. V." Die erarbeitete, an modernen Perspektiven einer sozialkompensatorischen und emanzipatorischen Pädagogik orientierte Konzeption fand die Unterstützung besonders von Herrn Dr. Motsch, dem es als Sozialreferent der Stadt Würzburg gelang, für diese Initiative schließlich durch die Bereitstellung aufgelassener Kleingärten im Leistengrund die notwendigen räumlichen Voraussetzungen zu schaffen.
Zunächst mit ausschließlich ehrenamtlichem Engagement und der Förderung von Ferienmaßnahmen des Stadtjugendamtes konnten wir mit der Arbeit einer Jugendfarm beginnen. Der Umbau und Aufbau einer Messebaracke sicherte die ersten Räume für die Betreuung, der dann bald die in Eigenbau und noch heute im Betrieb befindliche heizbare Hütte mit Kochgelegenheit, Aufenthaltsraum und einem kleinen Büro folgte.
Mit Kaninchen und Schafen, eifrig von den Kindern versorgt und gepflegt, begann die Arbeit mit Tieren. Heute sind es Pferde, Esel, Ziegen, Schafe, Hühner und vieles mehr, die der Jugendfarm einen einmaligen Spiel- und Erlebnisraum für Kinder mitten in der Stadt sichern. In den Ferien sind es täglich oft weit über 100 Kinder, die dieses Angebot für sich nutzen und dabei lernen, eigenverantwortlich und einfühlsam mit den Tieren umzugehen und miteinander bauend und gestaltend aktiv sind und so Eigeninitiative und soziale Kompetenz gewinnen.
Ohne das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder wäre dies alles nicht möglich geworden. Hier sei auch an unsere erste Vorsitzende und zugleich erste Leiterin der Farm, Frau Bogar-Sendelbach, einer Heilpädagogin des von Dr. Flosdorf geleiteten Heilpädagogischen Seminars, erinnert. Erst durch dieses ehrenamtliche Engagement konnten die Voraussetzungen für die Schaffung einer in Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen Würzburg e. V. und der Stadt Würzburg möglich gewordenen festen Planstelle geschaffen werden, nachdem schon vorher durch ein Projekt des Bayer. Staatsministeriums für Famlie, Jugend und Arbeit ihre Bewährung nachweisen konnte.
Herr Leopold Bachl, erfahrener Mitarbeiter des Kinderzentrums und selber aus einer bäuerlichen Famlie stammend, war dann über viele Jahre (von 1989 bis 1999) hauptamtlicher Leiter und war dabei zugleich für die Koordination der vielen Helfer und Studierenden zuständig, bis dann im Jahr 2000 Frau Sendke die Leitung der Kinder- und Jugendfarm übernommen hat, nachhaltig unterstützt durch die langjährige Vorsitzende (Frau Schwittek) und deren Vertreterin (Frau Doering).
Seitdem ist die Kinder- und Jugendfarm eine der Initiativen, die der Stadt Würzburg die Anerkennung als kinderfreundliche Stadt ermöglichte. Die Kinder unserer Stadt wünschen sich weiter diesen Raum für ihr Spielen und Gestalten im Umgang mit den Tieren und im verantwortlichen Miteinander: eine überzeugende Alternative zu kostenaufwendigen Versorgungen und personalintensiven Maßnahmen.